Posts filed under 'T-Luft / Aria'

KURIER, 21.4.08

Durch Österreichs Alpen rollen die Lkw

Unser Land ist fünffach stärker belastet als die Schweiz. Der Verkehrsclub Österreich fordert daher eine Alpentransitbörse.

Im Jahr 2007 sind 6,52 Millionen Lkw über Österreichs Alpenpässe gerollt – um 2,92 Millionen mehr als im Jahr 1994. Allein über den Brenner rollen um eine Million mehr Lkw als über die gesamte Schweiz, geht aus einer heute veröffentlichten Studie des Verkehrsclub Österreich (VCÖ) hervor. „Österreich gegen die Schweiz endet 5 : 1. Leider nicht im Fußball, sondern bei den Lkw-Fahrten über die Alpenübergänge. Über Österreichs Alpenpässe fahren fünfmal so viele Lkw wie über die Schweiz“, so VCÖ-Experte Martin Blum.


Millionen LKWs donnern durch Österreich und Südtirol – ein Naturgesetz? Der VCÖ meint: Nein!

Der VCÖ weist darauf hin, dass die Schweiz aufgrund der höheren Lkw-Maut das Wachstum des Lkw-Verkehrs etwas gebremst habe. Die Zahl der Lkw über die Schweiz hat demnach seit dem Jahr 1994 um rund 280.000 zugenommen, in Österreich war die Zunahme mit 2.920.000 mehr als zehnmal so hoch. Die VCÖ-Studie zeige weiters, dass in der Schweiz zwei Drittel der Güter im Alpentransit auf der Schiene transportiert werden und nur ein Drittel auf der Straße, in Österreich sei das Verhältnis mit 30 Prozent Schiene und 70 Prozent genau umgekehrt.

Der Verkehrsclub forderte daher einmal mehr die Einführung einer Alpentransitbörse. Dabei wird von den Alpenstaaten eine Maximalzahl an Lkw-Fahrten über die Alpen festgelegt und eine begrenzte Anzahl jährlich versteigert. Die Transitgenehmigungen werden zweckmäßig auf verschiedene Zeiträume und Alpenübergänge verteilt und können frei gehandelt werden.

21.04.2008 10:13 | apa | big

Add comment April 21, 2008

VCÖ warnt vor den Auswirkungen der Stickoxyde | Factsheet zum Downloaden

Der Verkehrsclub Österreich VCÖ gehört – was man vom Namen her nicht vermuten würde – zu den verkehrskritischen Organisationen und steht den österreichischen Grünen nahe. Die VCÖ-Studien sind sehr fundiert und gehören mittlerweile zu den Grundinformationen für die österreichischen Medien. Auch bei uns finden Sie manchmal ihren Niederschlag in den regionalen Medien.

Wer fundierte Informationen zum Verkehrsgeschehen sucht, findet auf der homepage des VCÖ gut aufbereitete Dokumente (www.vcoe.at).  

 kind-mit-atemmaske.jpg
Stickoxyde werden in ihrer Gefährlichkeit unterschätzt

 Hier ein sog. „Fact sheet“ zum Thema Stickoxyde. Über die Stickoxyde haben wir bereits weiter unten in diesem Blog geschrieben, auch Armin Wisthaler beschäftigt sich damit.

 VCÖ-fact sheet-Stickoxyde 1/08

Add comment Februar 26, 2008

Zu wenig los auf der Autobahn? Grisenti will nachts mehr LKWs

logo-transitinitiative-4c-mittel.jpg

Grisenti trifft LKW-Lobby

„Zuckerl“ für die Frächter?

Wie Medienberichten zu entnehmen ist, hat Autobahnpräsident Grisenti bei einem Treffen mit der regionalen LKW-Lobby angekündigt, durch ein flexibles Maut-Modell nachts fahrende LKW finanziell begünstigen zu wollen.

Während alpenweit immer wieder Nachtfahrverbote gefordert werden und in Nordtirol und in der Schweiz gelten, will der dynamische Präsident seine liebsten Kunden auf dem Rücken der Anrainer der Autobahn hofieren und den Lärm und die Abgasentwicklung der ca. 8.000 LKW pro Arbeitstag, die die Brenner-Autobahn befahren, in die Nachstunden hinein strecken.

 lkw-am-brenner-foto-leo-angerer.jpg

 Es ist erwiesen und müsste sich schon bis in die Autobahndirektion in Trient durchgesprochen haben, dass die Auswirkungen der Abgasemissionen in den Alpentälern vor allem im Winter in den Nachtstunden überproportionale Belastungen und Grenzwertüberschreitungen verursachen. Diese Phänomene und Wirkungszusammenhänge sind wissenschaftlich eindeutig erforscht und belegt und wurden von der EU-Kommission im Zuge der Einführung des Nachtfahrverbotes im Bundesland Tirol als wissenschaftlich einwandfreie Begründung akzeptiert. Auch die Schweiz hat zur Untermauerung des eidgenössischen Nachtfahrverbotes breit angelegte Studien durchführen lassen, die diese Erkenntnisse bestätigen, die von der EU-Kommission nicht bestritten werden.

Die Stickoxydbelastung an der Autobahn überschreitet schon seit geraumer Zeit im Jahresmittelwert die von EU-Kommission festgelegte Warnschwelle von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter in drastischem Masse.

 NO2 Schrambach-Neumarkt
Messergebnisse von der Brenner-Autobahn (Schrambach und Neumarkt) Man beachte: Der EU-Warnwert für Stickoxyde liegt bei 40 Mikrogramm/m3!

Dieser Wert soll 2010 als Grenzwert eingeführt werden und es ist absehbar, dass an der Brenner-Autobahn auch weiterhin Messwerte erhoben werden die bis zum dreifachen des Warnwertes und späteren Grenzwertes reichen werden. 
 

Da die EU-Kommission bereits heute vorschreibt, dass bei Überschreitungen des Warnwertes Maßnahmen und Pläne ausgearbeitet werden müssen, die zu einer Verringerung der Belastung führen und die von Grisenti zwecks Steigerung der Autobahnkapazität angestrebte Verlagerung des Schwerverkehr eindeutig und wissenschaftlich abgesichert diesen EU-Vorschriften entgegenläuft, kündigt die Transitinitiative Südtirol/Sudtirolo eine Beschwerde bei der EU-Kommission an, wenn Grisentis Pläne bezüglich Mautvergünstigungen in den Nachtstunden umgesetzt werden sollten.

Transitinitiative Südtirol/Sudtirolo

Markus Lobis, Sprecher

1 comment Februar 15, 2008

Dicke Luft im Wipptal | Armin Wisthaler zeigt’s auf

Armin Wisthaler ist Umweltphysiker und arbeitet als Vertragsassistent am Institut für Ionenphysik und angewandte Physik an der Ludwig-Franzens-Universität in Innsbruck. Er stammt aus Sterzing und verfolgt mit Besorgnis die Entwicklung der Luftwerte im Sterzinger Raum.

 erker-wisthaler_erker_oktober_2007_img_11.jpg
Armin Wisthaler, Umweltphysiker aus Sterzing
(Foto: Der Erker)

Im Zuge des Engagements von STOP BBT Wiesen und Sterzing und des zunehmenden Protests der Eisack- und Wipptaler ist Armin Wisthaler verschiedentlich in die Öffentlichkeit getreten und hat sein Fachwissen der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt. So in einem umfangreichen Artikel in der gut gemachten Wipptaler Bezirkszeitung „DER ERKER“ vom Oktober 2007. Hier der Artikel:

erker_-_okt_07_-_wisthaler_luftqualitat.pdf

Am 25. Jänner 2008 hat Armin Wisthaler im Rahmen der Vorstellung des BBT-Buches von Jutta Kußtatscher in Sterzing ein viel beachtetes und aufrüttelndes Referat über die Luftqualität im Raum Sterzing und die Auswirkungen auf die Gesundheit gehalten. In seinem Referat wies Wisthaler darüber hinaus nach, dass auf der Grundlage der vorliegenden Fakten der BBT keine Entlastung der Umweltsituation an der Brenner-Autobahn bewirken werde. Hier sein Referat (PDF, 1,6 MB):

wisthaler_transitverkehr_luftverschmutzung_wipptal_.pdf

Am Ende seiner Ausführung ging Armin Wisthaler auch auf die Gründe ein, die ihn zu diesem Engagement bewegen: Als Wissenschaftler sehe er es als seine Aufgabe, sein Fachwissen zum Wohle der Allgemeinheit einzusetzen und im Bedarfsfall auch Sensibilisierungsarbeit zu unterstützen, die zu besseren Umwelt- und Lebensbedingungen führen könnten. Die Besucher im voll besetzten Vigil-Raber-Saal dankten Wisthaler mit einem langen Applaus für die übermittelten Informationen und für sein Selbstverständnis als Wissenschaftler.

Add comment Februar 11, 2008


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